NAHWÄRME – das Wärmesystem mit Zukunft

Nahwärmenetz der Bioenergie Auetal GmbH & Co. KG

Die Bioenergie AUETAL GmbH & Co. KG plant die Errichtung von zwei Nahwärmenetzen in den Dörfern ANTENDORF und HATTENDORF mit Beginn der Bauarbeiten im Spätsommer 2015.

Insgesamt sollen mehr als 100 Wohnhäuser an die Nahwärmeverteilung angeschlossen werden. Neben der Überschusswärme aus den BHKW ist auch die Errichtung von zusätzlichen Kesseln zur Sicherung der Wärmeversorgung und Spitzenlasten geplant.

Die Anlieger werden rechtzeitig ortsweise zu den Informationsveranstaltungen geladen.

Was ist ein Nahwärmenetz?

Ein Nahwärmenetz versorgt mehrere Gebäude über Rohrleitungen mit Wärme aus einem zentralen Heizwerk. Die Wärme kann durch unterschiedliche Energieträger erzeugt werden:

  • durch fossile Brennstoffe wie Erdgas, Erdöl oder Kohle,
  • durch Abwärme aus Biogas-, Industrie- und Müllverbrennungsanlagen,
  • durch regenerative Energieträger wie Biomasse (Hackschnitzel, Biogas) oder Erdwärme (Tiefengeothermie).

Die Betreiber der Biogasanlage setzen sich für die Nutzung von Abwärme der Biogasanlage und von regenerativen Energieträgern ein. Hierdurch wird sowohl lokale Wertschöpfung als auch CO2-Einsparung möglich.

Hinweis: Statt "Nahwärmenetz" wird mit steigender Anzahl der Abnehmer auch der Begriff "Fernwärmenetz" verwendet.

Geeignete Regenerative Energiequellen

Restwärme aus BHKW: Bei der Produktion von Strom im Blockheizkraftwerk BHKW wird neben dem zur Einspeisung bereitgestellten Strom in das regionale Stromnetz etwa die gleiche Menge an Heizwärme frei, die in ein Nahwärmenetz eingespeist werden kann.

Biomasse wird für Nahwärmenetze vor allem in Hackschnitzelheizanlagen eingesetzt. Die Versorgung mit Hackschnitzeln erweist sich gegenüber Heizöl oder Erdgas als sehr preisgünstig und preisstabil.

Biomasse in Form von Biogas kann als Ersatz für Erdgas zur Spitzenlastabdeckung verwendet werden.

Solarthermie wird derzeit in Nahwärmenetzen noch wenig genutzt, da sie große Flächen und Saisonalspeicher erfordert.

Versorgungssicherheit

Um in einem Nahwärmenetz die kontinuierliche, bedarfsgerechte Versorgung der Verbraucher mit Wärme sicherzustellen, wird die preisgünstige Grundlastenergie – RESTWÄRME aus BHKW – bei Bedarf durch Speicherbehälter und sogenannte Spitzenlastkessel ergänzt. Durch Biogas, Erdgas oder Holzhackschnitzel können somit kurzzeitige Spitzenanforderungen gedeckt werden. Die Pumpen für das Versorgungsnetz werden redundant geplant, so dass kein Nutzer einen eigenen zusätzlichen Gas- oder Ölkessel mehr vorhalten braucht.

Netzformen und Netzbau

Das Nahwärmenetz ist ein Transportsystem für Wärmeenergie mit doppelten Rohren zur Zu- und Rückleitung und einer oder mehreren Energiequellen.

In der Regel ist das Transportmedium Wasser. Beim Energieerzeuger wird die Wärme in Form von heißem Wasser über Wärmetauscher an den getrennten Kreislauf des Leitungsnetzes abgegeben.

Bei einer detaillierten Netzplanung werden die Rohrstrecken optimiert und die Rohrdurchmesser entsprechend dem Nutzerverhalten so gewählt, dass der Wärmeverlust minimal ist.

Das Netz wird ab dem Heizwerk als Hauptleitung mit großem Durchmesser gebaut, die sich dann in immer kleineren Nebensträngen verästeln kann. Dieses Versorgungsnetz wird in der Regel entlang der öffentlichen Straßen geführt. Die Planung der Netzführung muss mit den Versorgern von Wasser, Strom, Kanal, Gas, Telefon etc. abgestimmt werden.

Vom Versorgungsnetz führen Hausanschlussleitungen zu den Übergabestationen in den Häusern. Dort wird die Wärmeenergie ebenfalls über einen Wärmetauscher an den Wärmekreislauf des Gebäudeheizsystems übergeben. Das im Wärmetauscher abgekühlte Wasser wird über die Rücklaufleitung zurückgeführt.

Netzkosten

Die Kosten einer Netzleitung variieren stark je nach Rohrdurchmesser und Trasse. 2013 betrugen die Kosten für das Doppelrohr zwischen 120 € und 170 € je Trassenmeter.

Übergabestationen

Beim Nutzer wird die Wärme an den bestehenden Heizkreislauf des Hauses übergeben. Beim Anschluss wird lediglich der alte Heizkessel durch einen Wärmetauscher ersetzt. Dieser braucht für ein Einfamilien- oder Doppelhaus nicht mehr Platz als ein Kühlschrank. Bei Neubauten sind keine Heizungskeller mehr nötig. Tankraum, Tankreinigung, Kamin und Kaminkehrerwartung entfallen. Zusätzliche Wartungskosten entfallen ebenso.

Wenn bereits ein modernes Heizungssystem eingebaut worden ist, kann diese stand-by auch parallel erhalten bleiben. So sinkt der Bedarf in der kältesten Zeit für die Spitzenlast des Nahwärmenetzes, da dann die vorhandene Heizung noch genutzt werde kann.

Vorteile für die Nutzer

Mehrfache Vorteile gegenüber fossilen Einzelheizungen bei Verwendung erneuerbarer Energieträger:

  • spart wertvollen Platz im Haus
  • betriebssicher und versorgungssicher
  • Kümmern um Brennstoff, Wartung und Kaminkehrer entfällt
  • umweltfreundlich und CO2-arm
  • kostengünstig, da vom Heizölpreis weitgehend entkoppelt

Vorteile für die Kommune

  • Kostengünstige Versorgung für Gemeindeobjekte
  • Prestigeobjekt für eine Gemeinde
  • langfristige Stärkung der Gemeindefinanzen
  • Standortvorteil durch günstige Energie für Bürger und Gewerbe

Kosten für die Nutzer

Die einmaligen Anschlusskosten in der Höhe von 1.000 € je Anschluss beinhalten Leitung und Übergabestation.

Es fällt nur der Arbeitspreis (Verbrauchsmenge x Wärmepreis) an. Der Wärmepreis wird mit 5,0 bis 6,0 ct/kWh sehr günstig angeboten. Der günstige Tarif und auch ein weiterer Verzicht auf die Anschlusskosten ist möglich, wenn sich die meisten der Anlieger für einen Hausanschluss und die Abnahme entscheiden.

Eine Preisanpassung wird anteilig in Abhängigkeit von der Entwicklung des Heizölpreises vereinbart.

Steigt der Heizölpreis um 50 %, soll abgemildert auf den Faktor 60 v.H. auch der Nahwärmearbeitspreis um 0,60 x 50 % also um 30 % steigen, das wäre bei 5,0 ct eine Steigerung um 1,5 ct auf 6,5 ct/kWh. (Wärme aus Heizöl kostet dann aber schon 12,0 ct/kWh).

Beispiel: EFH mit 120 m², 12 kW Heizleistung,
Gesamt 30.000 kWh/Jahr (bisher ca. 3000 Liter Öl/Jahr):
Jährliche Kosten Nahwärme 4,0 ct/kWh 1.500 €
Vorher Heizöl + variable Kosten Heizung 2.700 €
Vorteil Einsparung jährlich anfänglich + 1.200 €
später bei Steigerung Heizöl + 50% + 2.400 €

Alle Preisangaben beinhalten die gesetzliche Mehrwertsteuer von 19%.


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